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| Arbeitsgemeinschaften
Ein vielfältiges Angebot an Arbeitsgemeinschaften ist ein Gütesiegel für die pädagogische Qualität einer Ganztagsschule.
Eine Arbeitsgemeinschaft ist eine Gruppe von Menschen, die sich aus einem vorhandenen Angebot dafür entscheidet, einer ganz bestimmten Tätigkeit über einen längeren Zeitraum gemeinsam nachzugehen. Die freiwillige Entscheidung für die Gruppe ist konstituie- rendes Merkmal – im Unterschied zu „Arbeitsgruppen“, denen man z.B. zugeteilt wird. Wenn die freiwillige Entscheidung für eine Arbeitsgemeinschaft gefallen ist, sollte sie auch eine gewisse Verbindlichkeit aufweisen, damit sich die Mitglieder der AG aufeinander verlassen können. Arbeitsgemeinschaften können sich inhaltlich auf den Unterricht beziehen, müssen es aber nicht. An Ganztagschulen spielen Arbeitsgemeinschaften eine zentrale Rolle im pädagogischen Konzept, weil sie einerseits Ausdruck vielfäl- tiger Lern- und Erfahrungsmöglichkeiten sind und andererseits eine Form sinnvoller Freizeitgestaltung darstellen. Wichtig ist, ein breites Feld möglichst unterschiedlicher Arbeitsgemeinschaften anzubieten, um damit verschiedenen Bedürfnissen und Zielen gerecht zu werden. Ein vielfältiges und konzeptionell durchdachtes Angebot an Arbeitsgemeinschaften ist deshalb ein Gütesiegel für die pädagogische Qualität einer Ganztagsschule.
Bedacht und geklärt werden sollte,
- dass sich Arbeitsgemeinschaften wahrnehmbar vom Instruktionsunterricht unterscheiden müssen.
- dass nicht alle Schülerinnen und Schüler über stabile Interessen verfügen; häufig unterliegen sie Schwankungen und Veränderungen. Wie kann ein AG-Angebot dieser Wechselhaftigkeit gerecht werden?
- ob jede Schülerin/jeder Schüler an einer AG teilnehmen sollte. Welche Alternativen gibt es für diejenigen, die das nicht möchten?
- wie Arbeitsgemeinschaften ihre Ergebnisse öffentlich präsentie- ren und Interesse wecken können.
- mit welchen Arbeitsgemeinschaften Unterrichtsinhalte vertieft werden können.
- welche Möglichkeiten es gibt, Fachleute von außerhalb als AG- Leiter/innen in die Schule zu holen.
- welche Örtlichkeiten im Schulumfeld von Arbeitsgemeinschaften genutzt werden können.
- ob und in welcher Form die Teilnahme an einer Arbeitsgemeinschaft dokumentiert und zertifiziert werden kann.
Bewährt hat sich,
- wenn sich Schülerinnen und Schüler zu Beginn eines Schuljahres eine Arbeitsgemeinschaft aussuchen können und sich dann für ein Schulhalbjahr verpflichten müssen.
- wenn es jahrgangsübergreifende Arbeitsgemeinschaften gibt.
- wenn es Arbeitsgemeinschaften gibt, in denen Schülerinnen und Schüler über Jahre hinweg mitmachen und ihre Fähigkeiten systematisch erweitern können (z.B. Schulband, Zirkus, Homepagegestaltung, Fußballmannschaft).
- wenn es Arbeitsgemeinschaften gibt, die nur kurzfristig (z.B. im Rahmen eines Projektes) intensiv zusammenarbeiten und dann wieder auseinander gehen.
- wenn es Arbeitsgemeinschaften gibt, die ein breiteres Interessenspektrum abdecken (z.B. „Spiele drinnen und draußen“, „Der Montagstreff“, „AG Bewegung“ oder „Musical-AG“).
Peter Balnis
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